Es war einmal …

Die 1752 errichtete Burgtrotte ist als Schutzobjekt von regionaler Bedeutung im überkommunalen Inventar aufgeführt. Sie steht an der Stelle der ehemaligen Burg Hettlingen, in deren Ringmauern sie errichtet wurde und deren Überreste im Laufe des 19. Jahrhunderts verschwanden. Das Gebiet um die heutige Burgtrotte ist als archäologische Zone ausgeschieden.

Die 1752 errichtete Burgtrotte in Hettlingen steht im Bereich der ehemaligen Burg Hettlingen, die auf das 12. Jahrhundert zurückgeht.

Soweit sich die Burg nach den alten Ansichten, die alle erst nach dem Abbruch des Turmes entstanden, erfassen lässt, umgab eine unregelmässig gebrochene, zehnseitige Mauer einen massiven Wohnturm. Turm und Ringmauer stammen vermutlich aus der Zeit um 1150 – 1250. Ein Wassergraben umfing die Burg, der Zugang erfolgte über eine steinerne Brücke. Ein markanter, mehrgeschossiger Fachwerkvorbau bildete das Tor.

Im Raum zwischen Turm und Mauer wurden wahrscheinlich im 16. Jahrhundert Wohnräume in Fachwerkbauweise eingebaut.

Ursprünglich im Besitz der Herren von Hettlingen (Heinrich von Hettlingen wird in Quellen 1223 als Ministeriale Ulrichs von Kyburg genannt) war die Burg kyburgisches, später habsburgisches und schliesslich zürcherisches Lehen. In der Folge wechselte dieses vielfach die Hand.

 

1752 liess Salomon Bodmer aus Wülflingen den alten Wohnturm abbrechen und an dessen Stelle eine Trotte errichten. Die Umfassungsmauer diente im 19. Jahrhundert als Steindepot, bis sie 1880 vollständig abgetragen wurde. Ein letzter Abschnitt des alten Wassergrabens wurden bei der Korrektur des Dorfbachs um 1920 trockengelegt. Am Trottengebäude des

18. Jahrhunderts sind bauliche Massnahmen in den Jahren 1901, 1921 (Abtragung des Trottwerks). 1953 sowie 2000 erwähnt.

 

Der Begriff „Trotte“ oder „Kelter“ steht für eine Trauben-/Obstpresse (Trottwerk) oder für den Raum, in dem diese steht. Die Trottgebäude dienten der Herstellung und Lagerung des hauseigenen Weins und Mosts.

 

Das Mauerwerk, die Riegelwände und das Holzwerk sind im allgemeinen in einem guten Zustand. Das Dach besteht teilweise noch aus historischen vermörtelten Hohlziegeln (Mönch- und Nonnenziegel). Die Riegelwände sind regelmässig durch charakteristische, kleine Dreiecksöffnungen durchbrochen, welche Luft und Licht ins Innere bringen.